Starker Wind: Fliegen oder nicht fliegen

Als Niederländer bin ich an ziemlich viel Wind gewöhnt. Nicht so, wie die Leute auf den Philippinen es mit ihren Tyfoons wissen, aber doch viel mehr als die Leute hier in Österreich. Viele Gleitschirme in Österreich kommen mit starkem Wind überhaupt nicht zurecht. Und das müssen sie auch nicht, denn dank des Schutzes, den die hohen Berge bieten, bleibt es hier oft bei einer leichten Brise. Ja, mit den Gewittern kommen hier heftige Winde, aber nur für ein paar Stunden. Doch diese Woche war alles anders!

Das Bild oben zeigt den Wind über dem europäischen Kontinent und wie die Alpen die italienische Seite vollständig vom Wind abschirmen. Doch auf der Nordseite der Hauptkette können die Winde durchkommen. Ich habe das Gefühl, dass dies im Sommer kaum vorkommt, aber jetzt im Winter hat der Wind uns immer mal wieder erreicht. Gestern Morgen gut zu fliegen und dann ab 13 Uhr unmöglich. Die Grafik stammt von der Paragliding Burnair App und schwarz bedeutet: kein Flug. Unterhalb dieser Schwelle hat jeder Pilot seine eigene Grenze… viele starten nicht über 20kmh Wind. Die meisten Tandempiloten starten mit bis zu 28kmh. Ich kann bis zu 38 Personen mitnehmen, aber dann müssen wir auch abwägen, ob der Rest des Fluges sicher ist.

Das Video zeigt meine Obergrenze. Im Hintergrund sieht man 2 Solo-Gleitschirmflieger, die gerade ihre Sachen gepackt haben, um nach Hause zu fahren, und die erstaunt schauen, dass ich noch starte. Natürlich nur mit dem Cobrastart, der für den Beifahrer so bequem ist. Also: diese Woche (und heute) war in Zell am See Kaprun total verrückt… Winde meist zu stark, aber manchmal fliegbar. Und dazu noch extrem böig. Es ist besser, bei 38kmh nicht zu böig zu fliegen als bei 32kmh sehr böig. Und erstaunlicherweise nur ein paar hundert Meter unter den Berggipfeln: null Wind! Und manchmal Nebel. Das macht unsere Arbeit als Tandempiloten so interessant!

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